Bleibt Menschen!! Geht wählen
Am Sonntag wählt Rheinland-Pfalz. 
Und wir möchten, dass wir kurz innehalten…
Bevor es um Kreuze geht, um Parteien, um Plakate — möchten wir, dass wir an ein Tal denken. An Menschen. An das, was passiert ist. Und an das, was danach NICHT passiert ist.
Zwölf davon waren Bewohner einer Behinderteneinrichtung in Sinzig. Sie ertranken. Weil nur ein einziger Betreuer da war. Weil die Hilfe nicht kam.
Menschen wurden in der Nacht aus dem Schlaf gerissen. Viele ertranken in ihren eigenen Häusern. Menschen wurden auseinandergerissen und von der Flut weggetrieben.
Posttraumatische Belastungsstörungen. Depressionen. Angststörungen. Kinder, die Angst vor Regen haben. Erwachsene, die nicht mehr schlafen können, weil die Albträume nicht aufhören. Menschen, die ihr Haus nicht mehr verlassen, sobald Regen gemeldet wird. Menschen, die zum Alkohol greifen — darunter immer mehr Jugendliche. Und nur ein Bruchteil bekommt therapeutische Hilfe. Die Wartezeiten liegen bei anderthalb bis zwei Jahren. Wer so lange wartet, wird chronisch krank.
Kein einziger Verantwortlicher wurde strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen. Nicht einer.
Noch viereinhalb Jahre später stecken zahllose Verfahren bei der Landesbank ISB fest. Die Landesregierung feiert 96 Prozent bewilligte Anträge — aber hinter dieser Zahl verbergen sich Menschen, die unter Generalverdacht gestellt werden, denen misstraut wird, die sich von einer Behörde zermürben lassen müssen, die Kommunikation verweigert, wo Fachleute auf Augenhöhe miteinander reden könnten.
Ein Bürgermeister aus dem Tal nennt es beim Namen: Wer Menschen so behandelt, riskiert ihre Entfremdung von der Politik.
Das ist kein Naturereignis mehr. Das ist Versagen der Landesregierung RLP. Vor der Flut. Während der Flut. Und jeden Tag danach.
Und wir sagen nicht, wen ihr wählen sollt. Aber wir sagen:
Vergesst das Ahrtal nicht.
Vergesst die 137 toten Menschen nicht.
Vergesst nicht die Kinder, die bei Regen weinen.
Vergesst nicht die, die heute noch kämpfen — um ihre Häuser, um ihre Gesundheit, um ihre Würde.
Wer Verantwortung trägt und wegschaut, verdient kein Vertrauen.
Wer Verantwortung will, muss sich an dem messen lassen, was im Tal geschehen ist.
Geht wählen. Aber geht mit offenen Augen. 
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