Statement einer Betroffenen zur Aufnahme des Lipödems in
die VersMedV
Als Betroffene eines Lipödems erlebe ich täglich, was es
bedeutet, mit einer chronischen, schmerzhaften und
fortschreitenden Erkrankung zu leben, die medizinisch
anerkannt ist, jedoch rechtlich nicht ausreichend abgebildet
wird.
Das Lipödem beeinträchtigt nicht nur den Körper, sondern
auch die Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen
Leben. Schmerzen, eingeschränkte Belastbarkeit, reduzierte
Mobilität und die dauerhafte Auseinandersetzung mit einer
nicht heilbaren Erkrankung sind für viele von uns Realität –
über Jahre hinweg.
Trotzdem fehlt bis heute eine klare und einheitliche
Grundlage zur Bewertung eines Grades der Behinderung
(GdB). Die Folge sind uneinheitliche Entscheidungen,
Ablehnungen trotz erheblicher Einschränkungen und das
Gefühl, die eigene Erkrankung immer wieder rechtfertigen
zu müssen.
Aus Betroffenensicht geht es bei der Aufnahme des
Lipödems in die Versorgungsmedizin-Verordnung
(VersMedV) nicht um eine pauschale Anerkennung,
sondern um Rechtsklarheit, Transparenz und
Gleichbehandlung. Andere chronische Erkrankungen mit
vergleichbaren funktionellen Auswirkungen werden
berücksichtigt – das Lipödem bislang nicht.
Eine explizite Aufnahme in die VersMedV würde
Betroffenen endlich eine sachgerechte, individuelle und
funktionsbezogene Bewertung ermöglichen, wie sie das
Sozialrecht vorsieht. Sie wäre ein wichtiger Schritt hin zu
mehr Teilhabe, weniger Willkür und einer Anerkennung der
Lebensrealität von tausenden Betroffenen.
Ich wünsche mir ein System, in dem Menschen mit
Lipödem nicht zusätzlich kämpfen müssen, um gesehen zu
werden.

 

Danke für diese ehrlichen Worte die wirklich sehr gut zeigen was grade los ist. Bitte nehmt euch ein Herz und lasst uns Lipödembetroffene nicht im Regen stehen.