Heute bekam ich ganz liebe Post von Petra.

Wir schreiben ja schon einige Zeit und persönlich kennenlernen konnte ich sie im Mai am Lipödemtag in Hannover <3

Sie veröffentlicht grade ihr Buch “ Lipödem: lieben, leben, weinen“

Petra Buch Seite 1

Bestellungen gehen über Amazon oder noch besser über den Verlag : https://shop.windsor-verlag.com/shop/lipoedem-lieben-leben-weinen-petra-jahrend/

und ich bin von der Leseprobe schon überzeugt.  Petra hat es geschafft mit der Leseprobe mir aus der tiefsten Schublade meiner Seele zu sprechen und es kullerten auch die Tränen.

Zitat aus der Leseprobe;

Wenn ich das Gefühl habe, dass ich nicht mehr

in meine Haut passe, gerade dann sage ich mir: Anderen geht es
schlechter, aber ich habe auch ein Recht darauf, dass es mir gut
geht. Dass ich weniger Schmerzen habe und in der Gesellschaft
nicht für etwas verurteilt werde, wofür ich nichts kann.
Dann bewundere ich die Frauen, die an der Krankheit Lipödem
leiden und um Hilfe bitten. Die jeden Tag aufs Neue kämpfen,
gegen Vorurteile und Schmerzen. Und ich bewundere die, die
sich von dieser Erkrankung nicht unterkriegen lassen.
—->  wie gerne würde ich dieses Gefühl erklären was Petra dort schreibt. Jede von uns weiss doch wie es ist schwere Beine zu haben und wir nehmen uns oft nicht richtig ernst und sagen uns, jammern ist nicht drin. Wir machen weiter. Doch jammern ist drin denn wir haben eine richtig behämmerte Krankeit und Menschen von aussen die uns das Leben zur Hölle machen. Wir müssen uns selber wieder mehr lieb haben <3 und wir sind MENSCHEN .. nicht zweiter Klasse sondern wir gehören dazu!
Leseprobe von Petra;
Unsere Lehrerin hatte kleine Boote gemietet, die uns zur Insel
Wilhelmstein fahren sollten. In einem der Boote saßen mehrere
Klassenkameradinnen, die mich schon öfter wegen meiner Kör
perform negativ angesprochen hatten. Ja sogar gekränkt hatten.
Es begann, was kommen musste. 4 Mädchen bestiegen als erste
das Boot. Als letzte stieg ich ein. Bereits beim Einstieg wackelten
sie mit dem Boot von rechts nach links. So dass ich kaum das
Gleichgewicht halten konnte. Endlich hatte ich meinen Sitzplatz
gefunden, da griff eine von ihnen ins Wasser und bewarf mich
mit den Wassertropfen. Ich sah es als lustig an und lachte mit ih
nen mit. Zumindest für einen kurzen Augenblick hatte ich damit
für Ruhe gesorgt.
Ich war gefangen. Vor mir saßen meine Klassenkameradinnen
und grinsten, sie stupsten sich in die Rippen und deuteten mit
ihren Fingern auf mich. Ich sah ihnen an, dass es nicht lange dau
ern würde, bis sie mich wieder kränken würden. Und dann be
gannen sie zu singen:
Dicke haben dicke Beine …
Ich wollte weinen und schaute verzweifelt in die Runde. Die wen
igen anderen Erwachsenen, die sich mit uns im Boot befanden,
schauten auf das Meer und wenige starrten zu den Mädchen,
aber niemand half mir.
Die Überfahrt dauerte für mich ewig lang. Und als ich aussteigen
wollte, warteten sie am Ufer und versuchten, mir ein Bein zu
stellen.
An diesem Tag war es warm. Ich zog meine Jacke aus und band
sie um meine Hüfte.
„Dicke … uh, sie will ihre dicken Beine verstecken!“
Ich merkte wie mir die Tränen die Wangen herunterliefen … und
ich lief davon.

—–> ohh jahh.. Tränchen wegwisch. Auch ich erlebte dies ;(( Meine Schulzeit war oft die Hölle ich wurde ausgegrenzt, beleidigt, bespuckt und geschlagen.  Sportunterricht war die Hölle und egal was ich versuchte ich konnte meine dicken Beine nicht verstecken. Ich wollte doch nur einfach so hübsch sein wie die anderen. Denn ich bekam ja früh eingetrichert das dünne Menschen viel besser sind.  Das was Petra dort schreibt ist mir sooft passiert und während ich dies las und auch während ich dies schreibe kullern wir wieder mal die Tränchen, denn niemand kann sich diesen Schmerz vorstellen den anderen in mir verursachten :-(( Mittlerweile bin ich eine Ehefrau, Mama zweier wundervoller Kinder und habe mein Leben, dennoch sind Narben auf meiner Seele die niemals vergehen.

Ich bin immer so traurig wenn ich lese wie es anderen ergangen ist mit Hohn und Spott und diesen unglaublichen Schmerzen leben zu müssen, doch dann halte ich einen Moment inne und merke.. ICH BIN NICHT ALLEIN !! ICH BIN NICHTS BESONDERES!! Das finde ich soo gut. Nicht das die anderen ebenfalls gelitten haben , das nicht aber das ich mich nicht mehr wie eine Aussätzige fühle.

Ich versprach damals nicht eher Ruhe zu geben bis die Menschen uns ernst nehmen, ich weiss das könnt eine Megaaufgabe werden aber versprochen ist versprochen und so helfe ich Petra gern.

Viele Möglichkeiten habe ich nicht aber ich kann von Ihrem Buch erzählen…. was es mit mir machte .

Ich finde jeder sollte dieses Geld ausgeben um uns ein bisschen besser zu verstehen. Dazu kommt noch das es ein prima Geschenk ist an unsere behandelnden Ärzte, Therapeuten, Mütter, Vätern oder auch Menschen die uns nicht verstehen…

Danke Petra für deine Ehrlichkeit und Danke für die ersten Flyer!!

Schaut ich hab Post bekommen 😉 petrabuchundbriefanfine