Puhh, was eine Nacht! Kleine Kinder brauchen bald mehr Platz als Mama und Papa zusammen :-)) Hauptsache, sein Geist und die Bliffi (das bunte Einhorn) haben ihren Platz im tollen Kuschelurlaubsbett :-))

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Nachdem Aufstehen sammelten wir schon mal das Lego ein, packten die Taschen und mein Mann brachte die Taschen zum Auto. Maximilian hatte megagute Laune und plapperte unentwegt.

Ich merkte, dass die Autofahrt ihren Tribut forderte, doch ich beschloss, es einfach mal zu ignorieren. Nun ging es in die erste Etage zum Frühstücksraum. Er war sehr schön eingerichtet, mit bayrischen Flaggen und was mit sofort ins Auge fiel: Echte Brezeln aus Bayern. Diese sah natürlich auch der Max, denn er liebt Laugengebäck. Wir suchten uns einen schönen Tisch. Hatten Auswahl, da der Raum leer war. Eine Hotelangestellte kam sofort, um uns zu fragen, was wir wünschen und so bekamen wir einen sehr leckeren Kaffee und Max ein Kännchen Milch.

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Das Hotel Central hatte ein sehr umfangreiches Frühstücksangebot von Brötchen über Croissants, Biomüsli, Sojamilch, Schokostreusel, Cornflakes, Wetabix, Kuchen, Melone, Leberwurst,  Rührei, Würstchen, gebratenen Speck, Eier, Käse, frisch gepresste Säfte, Obstsalate, und und und…  Max bekam einen Biojoghurt in einer Schale, dazu einen kleinen Löffel Obstsalat und Haferflocken und freute sich. Zu Hause isst er das sehr häufig und er strahlte mich an: „Mama der Urlaub ist schön, schau mal da sind sogar Äpfel.“ Ehe ich was sagen konnte rannte er los und brachte einen Apfel und eine Birne. Schaute wieder ganz klug aus der Wäsche und sagte:“als Nachtisch Mami ja?“  ich erwiderte „Na klar Spatz, Obst geht doch immer.“ (Anmerkung: wir hatten auch Süssigkeiten mit für die lange Fahrt, um auf alles vorbereitet zu sein, doch gegessen hat es niemand von uns. Wir assen zwischendurch Obst und tranken Wasser und waren selig. Es muss nämlich gar nicht immer dieses doofe Zuckerzeugs sein.)

Ich war erstmal total glücklich mit  meinem leckeren Kaffee. Hach, das wärmte schön. Denn ihr müsst wissen es gab richtig viel Schnee auf den Strassen, und den umliegenden Dächern. Mein Mann fand ein Spiegelei und diverses anderes und ich zog los und fand ein leckeres Brötchen, Putenwurst und ein Ei.  Irgendwie sind die Brötchen grösser als bei uns, da ich echt Probleme hatte die Hälfte zu essen. Max freute sich auf die andere Hälfte und bekam noch sein geliebtes Brötchen mit Butter. Käse bleibt nie lange darauf liegen er isst ihn immer schon vorher runter.

Dieses Frühstück war sehr ausgewogen, lecker und ich kann nur jedem sagen, wenn ihr mal in Dachau seid: ab ins Central Hotel. Wir genossen den Aufenthalt sehr und am Ende bekam der Max sogar die echte Bayernbrezel 😀

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So nun ging es Richtung München da wir ja zeitig da sein wollten. Draussen vielen dicke grosse Schneeflocken 🙂 doch die Strassen waren frei.

Die Klinik

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Mitten im Herzen von München auf der Nymphenburger Strasse liegt diese Klinik. 1993 wurde diese Klinik ins Leben gerufen . Ein ganzes Team von Anästhesisten, OP-Schwestern und Kollegen stellen sie sich der Herausforderung, Menschen ambulant zu operieren.

2005 im Oktober zogen sie um in neue, sehr modern gestalteten Räumlichkeiten an die aktuelle Adresse. Nun ist diese Privatklinik erweitert auf eine 10 Betten Station und zusätzlich eine 7 Betten Station im lichtdurchfluteten 5. Stock.

Als wir dort ankamen waren wir beeindruckt von der modernen Anmeldung, die eher an ein 5-Sterne-Hotel erinnerte. Die freundlichen Arzthelferinnen halfen uns sofort weiter und ich war sehr aufgeregt. Sofort wurde Dr. von Lukowicz verständigt, dass wir angekommen waren.

So traf es sich, dass wir meinen zukünftigen Operateur kurz vor einer OP kennenlernen durften.  Mein Herz schlug bis zum Hals, als der Dr. vor mir stand. Doch er lächelte so lieb und wir begrüssten uns ganz nett. Jedenfalls wird mir das noch lange in Erinnerung bleiben. Es war, sagen wir wirklich ein Einschnitt in meinem Leben. Ich kann Euch gar nicht sagen was es war, die Menschlichkeit? Das  bezaubernde Lächeln? Oder weil ich ganz tief in mir fühlte dieser Mensch kennt sich aus und er hilft mir aus reiner Freundlichkeit ohne Hintergedanken. Natürlich darf ich nicht vergessen, dass ohne seine grossartige Kollegin Frau Dr. Lossagk und dem ganzen Team dies nicht möglich wäre.

Wir plauderten nur sehr kurz, da ich ihn ja nicht aufhalten wollte. Mein Termin war ja erst gegen 14:30 Uhr und ich wollte ihn nicht überstrapazieren oder dass andere warten müssen auf ihre ersehnte OP, weil ich nen Plausch hielt.

Also setzen wir uns ins Wartezimmer und ich füllte den Anamnesebogen aus. Es ging alles sehr schnell und so konnte ich mich gar nicht lange mit den Mitpatienten unterhalten. fand aber die Begrüssung sehr niedlich. Wir waren ja auch in Bayern. 🙂

Weiter ging es mit dem Dr. del Valle, der Anästhesist. Er sprach mit mir meinen Bogen durch und ich sprach das an, was mich beunruhigte. Meine Arme haben halt einen Umfang von über 70 cm und ich machte mir Sorgen dass a.) keine Blutdruckmanschette passen würde oder b.) der normale OP-Tisch zusammenbricht. Ich möchte so wenig Arbeit machen wie möglich. Doch wenn ich in Narkose bin kann ich nichts aktiv mitgestalten. Ich muss was abgeben, das fällt mir nicht immer so leicht.

Ich konnte dies aber alles zur Sprache bringen und der Dr. war super hilfsbereit und erklärte mir alles, nahm mir ein bisschen die Angst. Er trommelte noch eine OP-Schwester und den Geschäftsführer der Iatros-Klinik Dr. med Schmitt-Hausser (ebenfalls Anästhesist und Ärztlicher Direktor) zusammen. Zu viert besprachen wir das weitere Vorgehen und auch eine Blutdruckmanschette zum Probedruck messen brachte er mit.

Ich war so nervös, ehrlich, und ich dachte schon das Schlimmste, denn mir war durchaus bewusst wenn diese Blutdruckmanschette jetzt nicht um meinen hässlichen Arm passt könnte die OP daran scheitern. Denn ohne eine vernünftige Überwachung ist es einfach zu gefährlich. Denn dieses Blutdruck messen unter der OP mit einer Sonde, die in die Vene gelegt wird, ist für grosse Kliniken vorgesehen und sehr riskant. Ich konnte verstehen, dass dort arge Bedenken bestanden. Die hatte ich ja auch. Doch diese Blutdruckmanschette, sie passte! Innerlich jubelte ich auf und die erste Messung war natürlich nicht so Bombe.  RR 180/80. Ich entschuldigte mich auch dafür weil ich wirklich so nervös war. Aber Dr. del Valle war sehr zuvorkommend und meinte: „Wir warten jetzt einfach ab, messen noch einige Male, um dann final zu entscheiden. Es klappte und so pendelte sich mein Blutdruck auf RR 150/70 ein. Puhh

Ein OP-Tisch war auch schnell gefunden. Ich brauchte mir keine Sorgen machen, da auf der Station 5 ein OP Tisch stand, der bis 400 kg Belastung aushält.

Nun muss ich noch meine aktuellen Blutwerte, ein aktuelles EKG und noch einmal zum Kardiologen. Wenn ich dann diese Unterlagen zusammen habe, können wir bald starten.

Hach, ich freu‘ mich so und ich fühle mich sehr gut aufgehoben in dieser Klinik!

Auch hier nochmal ein ganz dickes Dankeschön, ich weiss, dass ich eine Herausforderung bin und umso stolzer bin ich, dass Sie helfen wollen :-))

Nun ging es weiter … der nächste Termin:

Praxis Dr. von Lucowicz und Frau Dr. Lossagk

Ich habe einen Kugelschreiber.. *stolz guck*

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Wieder einmal schneite es riesige Schneeflocken, sehr zur Freude meines Kleinen.

Es war ganz schön kalt, meine Beine schmerzten und so kam ich nur langsam voran. Egal, ich habe ein Ziel und das erreiche ich auch!

14:30 Uhr war der Termin angesetzt.

14:20 Uhr war ich unten in seinen Treppenhaus. Wir warteten auf den Aufzug – und warteten und warteten und warteten. Irgendwann konnte ich nicht mehr stehen. Das geht bei mir leider immer recht schnell. Also setzte ich mich kurz auf die Treppe. Mein Mann wollte noch weiter warten, doch ich wollte rauf. Schliesslich ist man doch pünktlich bei seinem Arzttermin. Also scheuchte ich Maximilian die Treppe rauf und ging selber sehr langsam hinterher. Es war ein sehr altes Treppenhaus mit uralten Stufen. Zum Glück waren sie nicht so hoch wie normale Stufen, so dass es ich schaffte meine Füsse zu heben. Immer weiter , weiter , weiter, irgendwann musste ich mich setzen und erstmal verschnaufen. Dann gings weiter. Geschafft habe ich es – fragt mich nur nicht wie!

Mit hochroten Kopf und kaum mehr der Sprache mächtig wedelte ich dann in der Praxis rum, und versuchte meinem Mann verständlich zu machen, dass er nun reden muss. Denn ich dachte, irgendwie wäre das schon doof, wenn ich umfalle. Nicht der beste erste Eindruck.

Wir wurden in den Wartebereich geschickt und bekamen einen Kaffee. Nun konnte sich mein Körper erstmal beruhigen. Frau Dr. Lossagk kam vorbei, erkundigte sich nach unseren Wohlbefinden und stellte sich vor. Sie ist eine sehr grosse, schlanke Frau mit einen hinreissenden Lächeln. Sie trug eine sehr grosse Brille, die ihr echt gut stand. Ich mochte sie jetzt schon.

Nun ging es in das Arztzimmer und wir sprachen sehr ausführlich über meine Krankengeschichte. Sie nahm sich sehr viel Zeit, toll. Doch auch Max und mein Mann wurden herzlichst empfangen so wurde für Max Stifte, Bücher udn Malsachen ins Arztzimmer getragen und er durfte auf einem weissen  Drehhocker Platz nehmen. Das fand er ja mal wieder grossartig. So kleine Dinge machen ihm eine Freude.

Nun ging es weiter ins Nebenzimmer. Frau Dr. Lossagk benötigte ja noch Bilder. Es ist schon sehr unangenehm, mich zu zeigen, denn ich selber mag meinen Körper gar nicht, nicht nur dass er mir ständig Kummer bereitet wegen den Schmerzen , sondern ist er auch grausam anzuschauen, die trockene Haut, das Hautbild und all das ist nicht hübsch. Innerlich hoffte ich dass Frau Dr. schon sowas in der Art gesehen hat und Angst hatte ich auch. Was ist wenn sie sagt: „Frau Kerkhoff also sie sind ja eine dicke Nudel, da können wir nichts machen.“ Ich weiss solche Gedanken sind für Euch nicht nachzuvollziehen. Doch ich dachte das und warum sollt ihr es nicht wissen?

Doch sie sagte nichts in der Art. Im Gegenteil, sie erklärte mir, dass ich um den Busen und das Dekolletee die Fine finde die nicht erkrankt ist, und das andere Drumherum ist halt viel krankhaftes Fettgewebe. Natürlich ist es das nicht alleine , da wird auch sicherlich noch einiges an angefuttertem Fett sein, doch ich arbeite ja daran, dass es besser wird.

Dann waren wir fertig mit den Fotos. Von allen Seiten und allen Ebenen. *urgs* Wir sassen dann noch ein bissel da und unterhielten uns. Dann kam Dr. von Lukowicz dazu. Er war ganz natürlich und zeigte keine Sekunde irgendeinen Ekel oder eine Abstoßungsreaktion auf mein Erscheinungsbild. Neeee, ganz im Gegenteil, er machte mir Mut. Er schaute sich die Beine an, tastete sie ab und wir besprachen den OP-Verlauf. Nun zog ich mich wieder an und wir gingen wieder ins Arztzimmer, wo mein Mann und Max warteten. Nun unterhielten wir uns noch ein bisschen und es war gut.

Am Ende durfte ich sogar noch ein Foto machen lassen. Der Dr. nahm ich in den Arm und wir lächelten um die Wette 🙂

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Er ist ein wunderbarer Mensch und ich weiss, dass ich leider nie in der Lage sein werde mich gebührend dafür zu revanchieren.

Ich bin so happy!!!

Ich kann operiert werden, ein Teil der Schmerzen können vielleicht genommen werden und ich bin vielleicht etwas beweglicher 🙂 Ach, das wäre so schön.

Ich danke euch allen sehr!

Nicole, die zur richtigen Zeit an meine „Türe“ klopfte, die Ärzte, die mir nun zur Seite stehen: Dr. Brandenstein, Dr. Deling, und das Praxisteam von Dr. von Lukowicz und natürlich jeder/jedem die/der auf das Spendenkonto eingezahlt hat!!

DANKE * DANKE * DANKE * DANKE

Ich werde weitermachen und ich werde auch versuchen, allen Frauen etwas zurückzugeben. Schliesslich sitzen wir doch alle in einem Boot.